Fahrradcomputer mit Trittfrequenzmessung im Vergleich

Um die Trittfrequenz bzw. Kadenz beim Radfahren messen zu können, benötigt man einen Fahrradcomputer mit Trittfrequenzmesser. Dieser funktioniert ganz ähnlich wie der Radsensor zur Geschwindigkeitsmessung: ein Magnet wird an der Kurbel befestigt und ein daneben angebrachter Sensor zählt die Umdrehungen.

Wie beim Radsensor gibt es dann für die Signalübertragung der Trittfrequenz zum Fahrradcomputer zwei Möglichkeiten: per Kabel oder per Funk. Per Kabel ist die günstigere Variante und garantiert störsicher. Wen das Verlegen eines Kabels nicht stört, sollte das bevorzugen. Einfacher zu montieren ist jedoch die Funkvariante.

Am Fahrradcomputer selbst wird dann die Trittfrequenz in Umdrehungen/Minute angezeigt. Oft zeigen Fahrradcomputer auch zusätzliche Werte wie die durchschnittliche und maximale Trettfrequenz an.

Wozu überhaupt Trittfrequenz messen?

Schön und gut, warum sollte man die Trittfrequenz überhaupt messen? Damit man mit der richtigen Trittfrequenz fährt! Das kann in zwei Fällen wichtig sein:

  • wenn man ernsthaft trainieren will
  • wenn man Knieprobleme hat

Was eine gute Trittfrequenz beim ernsthaften Trainieren ist, das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Eine gute Einführung zur richtigen Trittfrequenz bietet z.B. dieser Artikel oder dieser. Aber wie auch immer: wenn man mit einer bestimmten Trittfrequenz fahren will, weil man diese für optimal hält, muss man diese messen. Ungefähre Abschätzungen helfen da nur selten weiter.

Aber auch wer nicht ernsthaft trainieren will, könnte über einen Trittfrequenzmesser nachdenken. Und zwar wenn man Knieprobleme hat. Dann ist es nämlich besonders wichtig, mit einer ausreichend hohen Trittfrequenz zu fahren, da man dann weniger Kraft auf die Pedale bringen muss. Das schont die Knie. Man kann auch ohne Trittfrequenzmesser darauf achten, auf genaue Werte kommt es hier schließlich nicht an. Aber am einfachsten ist es eben doch, sich mit einem Fahrradcomputer mit Trittfrequenzmessung zu kontrollieren. Denn sonst verfällt man nur zu leicht in seine Gewohnheit des langsamen Tretens mit viel Kraft zurück.

Empfehlenswerte Fahrradcomputer mit Trittfrequenzmesser

Am Markt sind relativ viele Fahrradcomputer mit Trittfrequenzmessung verfügbar. Einen genauen Überblick bietet die Übersichtstabelle Fahrradcomputer. An dieser Stelle sollen zwei gute und noch günstige Modelle vorgestellt und verglichen werden.

Zum einen der Sigma Sport BC 16.12 bzw. die Funkversion BC 16.12 STS und der Ciclosport Ciclomaster CM 2.21 bzw. die Funkversion Ciclosport Ciclomaster CM 4.21.

Sigma Sport Ciclosport
BC 16.12 BC 16.12 STS Ciclomaster
CM 2.21
Ciclomaster
CM 4.21
Datenübertragung
Radsensor/Trittfrequenz
Kabel/Kabel Funk/Funk Kabel/Kabel Funk/Kabel
Preis inkl.
Trittfrequenzmessser ca.
30€ 50€ 35€ 50€
Bezugsquellen Amazon, eBay, Bike24, Rose Amazon, eBay, Bike24, Rose Amazon, eBay, Bike24, Rose Amazon, eBay, Bike24
zusätzlich nötiges Trittfrequenzkit Amazon, Bike24 Amazon, Bike24
(beim 16.12 STS CAD
bereits enthalten)
Amazon, Bike24 Amazon, Bike24
Beleuchtung ja ja nein nein
2 Radgrößen programmierbar ja ja ja ja
automatische Erkennung Rad 2 ja ja nein nein
Herzfrequenzsensor nachrüstbar nein nein nein ja
Grundfunktionen Geschwindigkeit
Tourenstrecke
Gesamtstrecke (Rad1, Rad2, Rad1+Rad2)
Tourenfahrzeit
Gesamtfahrzeit (Rad1, Rad2, Rad1+Rad2)
Durchschnitts- und Höchstgeschwindigkeit
Vergleich aktuelle zu Durchschnittsgeschwindigkeit
aktuelle und durchschnittliche Trittfrequenz
Uhrzeit
spezielle Funktionen Separater Streckenzähler & Zeitzähler
mit manuellem Start / Stopp
Countdown-Timer
Stoppuhr
Datum
maximale Trittfrequenz

Die aufgeführten Fahrradcomputer sind für eine Trittfrequenzmessung geeignet. Allerdings ist der Sensor für die Trittfrequenzmessung nicht im Lieferumfang enthalten und muss extra dazugekauft werden. Nur der Sigma Sport BC 16.12 STS ist als CAD-Version mit beigelegtem Trittfrequenzsensor erhältlich.

Im Hinterkopf sollte man behalten, dass der Ciclomaster CM 4.21 zwar die Radsignale per Funk überträgt – nicht aber die Trittfrequenzsignale. Hier ist also auch bei der Funkversion ein Kabel zu verlegen.

Funktionsumfang

Vom Funktionsumfang unterscheiden sich der Sigma Sport BC 16.12 / STS und der Ciclosport Ciclomaster CM 2.21 / 4.21 nur wenig. Alle bieten die wichtigsten Grundfunktionen (siehe Tabelle). Der BC 16.12 bietet zusätzlich noch ein paar Gimmicks: Je einen zusätzlichen Strecken- und Zeitzähler, der sich separat zurücksetzen lässt. Praktisch z.B. bei einer Mehrtagestour: man setzt den Tourenzähler täglich zurück und nutzt den zweiten Zähler für die Gesamttour. Auch ein Countdown-Timer und eine Stoppuhr sind für den ein oder anderen vielleicht praktisch. Aber auch der CM 2.21/4.21 bietet zwei Dinge, die der Sigma nicht bietet: Datumsanzeige und die maximale Trittfrequenz.

Gerade für Nachtfahrer dürfte wichtig sein, dass der BC 16.12 eine Hintergrundbeleuchtung besitzt, die wenn aktiviert bei jedem Tastendruck für einige Sekunden leuchtet. Beim CM 2.21/4.21 muss man darauf leider verzichten.

Eine interessante Möglichkeit, die der BC 16.12 nicht bietet, kann dafür beim Ciclomaster CM 4.21 (nicht jedoch bei der Kabelversion 2.21) nachgerüstet werden: eine Herzfrequenzmessung. Hier wird ein Brustgurt getragen, der die Daten per Funk an den Fahrradcomputer überträgt. Es können dann aktuelle, durchschnittliche und maximale Herzfrequenz angezeigt werden. Außerdem kann ein oberes und ein unteres Limit für die Herzfrequenz eingegeben werden, bei deren über/unterschreiten der Fahrradcomputer einen Hinweis anzeigt.
Auch die gefahrene Zeit unterhalb des unteren Limits, überhalb des oberen und dazwischen wird gespeichert.
Aus der Herzfrequenz werden außerdem (überschlagsmäßig) die verbrauchten Kalorien berechnet. Für diese Abschätzung werden im Fahrradcomputer zusätzlich Werte wie Alter oder Gewicht des Fahrers einprogrammiert.

Display

Das Display sowohl vom Sigma als auch vom Ciclosport ist gut ablesbar. Das Display vom Ciclosport ist ein wenig größer. Ein Unterschied fällt sofort ins Auge: Der Sigma zeigt zwei Werte gleichzeitig im Display an, der Ciclosport dagegen drei. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Die drei Werte des Ciclosport sind natürlich etwas kleiner dargestellt und daher etwas schlechter ablesbar. Auf der anderen Seite ist es aber auch nicht schlecht, drei Werte gleichzeitig im Display zu haben.

Ein kleiner Vorteil des Sigma Sport ist die Volltextanzeige. Über der zweiten Funktion wird jeweils in Textform der Name der angezeigten Funktion ausgegeben (verschiedene Sprachen einstellbar). Manchmal sorgt das doch für einen etwas schnelleren Überblick als die kleinen Symbole von Ciclosport.

Bedienung

Der Sigma Sport besitzt vier Tasten, zwei an der Oberseite und zwei an der Unterseite. Der Ciclosport dagegen nur drei Tasten, alle an der Unterseite.

Das Bedienkonzept des Sigma Sport gefällt hier ehrlich gesagt etwas besser, wobei sich auch der Ciclosport durchaus gut bedienen lässt.

Die Tasten des Sigma Sport sind größer als die des Ciclosport. Gerade bei der Bedienung während der Fahrt ist das von Vorteil.

Aber auch die Bedienung ist beim Sigma Sport irgendwie logischer. Mit den beiden Tasten unten werden die wichtigsten Funktionen durchgeschaltet (rechts vor, links zurück). Mit den beiden oberen Tasten die weniger wichtigen Funktionen, wie Uhr, Stoppuhr oder Gesamtkilometer.
Beim Ciclosport dagegen werden mit der rechten Taste die Funktionen oben im Display durchgeschaltet (hier sind nur Tagesfahrzeit und -strecke sowie Uhrzeit anzeigbar). Mit der linken Taste werden im unteren Display die Funktionen umgeschaltet. Nun kommt aber die mittlere Taste ins Spiel: hier können gewissermaßen Unterfunktionen angezeigt werden. Beispielsweise ist die Gesamtstrecke eine Unterfunktion der Tagesstrecke. Das Datum eine Unterfunktion der Uhrzeit. Durchschnittliche und maximale Trittfrequenz sind Unterfunktionen der Trittfrequenz. Zugegeben, mit etwas Gewöhnung kommt man damit gut klar, trotzdem gefällt das System von Sigma etwas besser.

Verwendung an zwei Rädern

Will man seinen Fahrradcomputer an zwei Rädern verwenden, ist das einfach möglich, indem man eine zweite Fahrradcomputer-Halterung kauft. Allerdings ergibt sich das Problem, dass evtl. der Raddurchmesser unterschiedlich ist. Sowohl beim Sigma Sport BC 16.12 als auch beim Ciclosport Ciclomaster 2.21/4.21 lassen sich dazu zwei Raddurchmesser einprogrammieren. Aber selbst wenn der Raddurchmesser nicht unterschiedlich ist, hat man den Vorteil, dass man die gesamte gefahrene Strecke für jedes seiner zwei Fahrräder einzeln angezeigt bekommt.

Einen entscheidenden Unterschied gibt es allerdings noch: der Sigma Sport erkennt automatisch, ob er gerade an Rad 1 oder Rad 2 ist. Bei der Kabelvariante erfolgt die Erkennung durch einen zweiten Kontakt für den Sensor (einfach den Kontakt in der Universalhalterung in die andere Position für Rad 2 stecken). Bei der Funkversion wird der Geschwindigkeitssensor durch einen Tastendruck einfach auf Rad 2 umprogrammiert.

Anders beim Ciclomaster 2.21/4.21: hier muss manuell durch Drücken von linker und rechter Taste zwischen Rad 1 und 2 gewechselt werden, im Display wird dann angezeigt, welches Rad aktiv ist. Diese Variante ist doch deutlich umkomfortabler.
Allerdings ergeben sich damit auch andere Möglichkeiten: Man könnte den Fahrradcomputer an nur einem Fahrrad verwenden und dann den Zähler für Rad 1 für seine Trainingsrunden, den Zähler für Rad 2 für die lockeren Freizeitrunden verwenden (oder Arbeitsweg – Freizeit, Fahrradurlaube – Rest, lange Touren – kurze Touren). Auch eine interessante Möglichkeit.

Montage

Die Montage der Fahrradhalterung funktioniert sowohl beim Sigma als auch beim Ciclomaster gut. Beide können auch am Vorbau statt am Lenker montiert werden (der untere Teil der Halterung wird dazu um 90° gedreht).

Ungünstig ist allerdings der Speichenmagnet bei Ciclosport. Hier wird von hinten eine Schraube in den Magnet geschraubt, der diesen an der Speiche fixiert. Zieht man die Schraube zu fest an, biegt sich das Gewinde auf. So richtig fest bekomme ich den Magnet daher nicht. Er hält schon – aber wenn der Fahrradcomputer nichts mehr anzeigt, ist meistens der Grund, dass der Speichenmagnet verrutscht ist.

Hier hat Sigma Sport doch die bessere Lösung gefunden. Der Speichenmagnet sitzt einfach fest.

Übrigens: natürlich kann man auch den Sigma-Magneten für den Ciclosport-Fahrradcomputer nutzen. Er ist einzeln erhältlich als Standard-Variante oder als Power-Magnet zur werkzeugfreien Montage.

Fazit

Sowohl der Sigma Sport BC 16.12/STS als auch der Ciclosport Ciclomaster CM 2.21/4.21 sind gute Fahrradcomputer. Mein persönlicher Favourit ist der BC 16.12 als Kabelversion. Aber letztendlich ist die Entscheidung ob nun Sigma Sport oder Ciclosport und ob kabelgebunden oder Funkübertragung Geschmackssache – alles hat seine Vor- und Nachteile. Ich hoffe, dieser Artikel hilft dabei, die richtige Entscheidung zu treffen!


Kommentare

Keine Kommentare

Kommentare

Geben Sie Ihren Kommentar hier ein. * Eingabe erforderlich. Sie müssen die Vorschau vor dem Absenden ansehen.